Was erwarten wir eigentlich von gutem Design?

© Markus Schlamadinger
Dass es funktioniert, natürlich. Dass es schön ist, vielleicht. Dass es uns den Alltag erleichtert, uns führt, uns hält, uns willkommen heißt.
Aber vielleicht erwarten wir insgeheim mehr.
Vielleicht erwarten wir von gutem Design, dass es etwas in Ordnung bringt. Nicht nur im Raum, sondern auch in uns. Denn das ist es, was wir uns von Schönheit manchmal erhoffen.
Für mich beginnt hier die Idee von Building Beautiful.
Nicht bei Schönheit als perfekter Oberfläche. Sondern bei der Frage, wann Gestaltung berührt. Wann sie dient. Wann sie trägt. Wann sie mehr wird als Stil – und zu etwas wird, das bleibt.
Denn Schönheit kann auch schmerzhaft sein — dort, wo sie zur Kontrolle wird. Wo sie sich als Perfektionismus tarnt. Wo sie nicht mehr öffnet, sondern bewertet. Wo Design nicht mehr lebendig ist, sondern nur noch makellos und glatt.
Mich interessiert eine andere Form von Schönheit.
Eine, die nicht nur gut aussieht, sondern gut tut. Eine, die Haltung zeigt. Eine, die Räume, Menschen, Marken und Momente mit Bedeutung auflädt. Eine, die nicht perfekt sein muss, um wahr zu sein.
Vielleicht ist gutes Design genau das: Nicht nur die Kunst, etwas schön zu machen, sondern die Kunst, etwas stimmig zu machen.
Und vielleicht ist das die eigentliche Frage hinter diesem Journal:
Ist Design und unser Wunsch nach Schönheit die Suche nach dem perfekten Look, gepaart mit Funktion? Oder ist es vielmehr eine Lebensphilosophie, eine Haltung – und letztlich vielleicht sogar nur ein Gefühl, das bleibt?
Dass es funktioniert, natürlich. Dass es schön ist, vielleicht. Dass es uns den Alltag erleichtert, uns führt, uns hält, uns willkommen heißt.
Aber vielleicht erwarten wir insgeheim mehr…